BZ: Was tun gegen zu viel Beschaulichkeit? – Offener Stammtisch der Linken.

BAD SÄCKINGEN (milo). „Wird Bad Säckingen zur Geisterstadt?“ Der Kritik an der zunehmenden „Beschaulichkeit“ des Trompeterstädtchens hat sich nun die Partei Die Linke angenommen. Kreisrat Norbert Portele sowie Stadtrat und Gastronom Angelo des Rosa luden zu einem offenen Stammtisch ins Café Rhybrugg. Mit Bürgermeister Alexander Guhl, Elisabeth Vogt von der Tourismus GmbH und dem Stadtmarketingverein Pro Bad Säckingen sowie interessierten Gästen wurden Möglichkeiten diskutiert, die Attraktivität der Stadt zu erhöhen.

Freifunk – Freies WLAN-Netz
Die Idee einer kostenfreien WLAN-Internetverbindung für die Besucher der Bad Säckinger Innenstadt brachte Hausherr De Rosa in Spiel. Zugute käme die kostenfreie Internetverbindung nicht nur Schulen, Gewerbetreibenden, Gastwirten und Kunden der Innenstadt. Durch Einbeziehung des Wohnmobilplatzes sowie der Hotels könnte auch der Tourismus sehr profitieren, so Portele. Ausdrücklich führte er das geplante Asylbewerberheim an, damit auch Flüchtlinge Zugang zu kostenlosem Internet hätten. Eingebettet wäre die WLAN-Versorgung dabei in das Prinzip des nichtkommerziellen und unzensierten „Freifunks“, das in Rheinfelden bereits umgesetzt worden ist. Elisabeth Vogt und Bürgermeister Guhl sagten, dass die Einrichtung eines Internet-Hotspots auf dem Münsterplatz bereits in Planung sei.

Angebote für die Jugend
Viel Raum nahm die Diskussion um das Freizeitangebot für die Jugend der Stadt ein. Drei Vertreter der Jugendkulturinitiative „Karussell der Künste“, Joanna Ramsteck, Jessi Kundel und David-Vincent Wollmann, stellten der Stadt kein gutes Zeugnis aus. Die jungen Künstler bemängelten das fehlende Entgegenkommen beim Zugang von Ausstellungsräumen und musikalischen Bühnen. Ramsteck äußerte gegenüber Guhl den Wunsch, den Schlosspark und die dortige Bühne für Veranstaltungen nutzen zu dürfen.

Eisbahn und Silvesterfeuerwerk
Wenig Hoffnung besteht auf eine Neuauflage von Eisbahn und Silvesterfeuerwerk. Die Eisbahn sei von der Bevölkerung irgendwann nicht mehr angenommen worden, erklärte Elisabeth Vogt. Attraktivere Standorte wie etwa der Münsterplatz hätten aber nicht durchgesetzt werden können. Das Silvesterfeuerwerk war irgendwann zu teuer. Elisabeth Vogt kritisierte auch die Haltung vieler Bürger: Erst würden Angebote vermisst. Wenn sie dann da seien, würden sie nicht genutzt, sagte sie.

Weitere Themen waren Probleme beim öffentlichen Nahverkehr sowie die Verbesserung regelmäßiger Veranstaltungen wie etwa Frühlings- und Brückenfest. Die guten kommerziellen Veranstaltungen sollten durch alternative Angebote ergänz werden, sagte Portele.